Formel 1 | Massa nimmt seinen Rechtsstreit um das Rennen 2008 wieder auf: „Der Sport braucht Gerechtigkeit.“

Felipe Massa sucht immer noch Gerechtigkeit für den Ausgang der Weltmeisterschaft 2008.

Formel 1 | Massa nimmt seinen Rechtsstreit um das Rennen 2008 wieder auf: „Der Sport braucht Gerechtigkeit.“

Formel 1 Massa – Die Weltmeisterschaft 2008 bleibt Felipe Massa und allen brasilianischen Fans als spektakulärste verpasste Chance in Erinnerung. In Interlagos genoss der Ferrari-Pilot kurz die Freude über den Titel, bevor Lewis Hamiltons Überholmanöver gegen Timo Glock dem Briten den Titel bescherte. Die Geschichte verwob sich dann mit dem „Crashgate“-Skandal in Singapur, als Nelsinho Piquets absichtlicher Unfall, den Renault zugunsten von Fernando Alonso inszeniert hatte, ans Licht kam. Damals kostete ein katastrophaler Boxenstopp Massa wertvolle Punkte und gefährdete seinen Titelkampf.

Die neuen Enthüllungen und der Rechtsstreit

In den letzten Jahren ist der Fall dank Aussagen ehemaliger Formel-1-Manager wieder ins Rampenlicht gerückt. 2023 stellte Bernie Ecclestone die Rechtmäßigkeit von Hamiltons sieben Titeln in Frage und bezeichnete Michael Schumacher als den einzigen siebenfachen Champion. Kürzlich bestätigte ein posthumes Interview mit dem ehemaligen FIA-Präsidenten Max Mosley, das in der Dokumentation „Mosley: It’s Complicated“ zu sehen ist, dass er, Ecclestone und Rennleiter Charlie Whiting bereits vor dem GP von Interlagos 2008 von „Crashgate“ wussten, sich aber entschieden, nicht einzugreifen, „um das Image der Formel 1 nicht zu beschädigen“. Diese Enthüllungen veranlassten Massa, rechtliche Schritte einzuleiten. Für Ende Oktober sind in England vier Anhörungstage angesetzt.

Massa: „Eine inakzeptable Verschwörung“

Der Brasilianer erklärte gegenüber GEs Na Ponta dos Dedos die Gründe für seinen Kampf: „Das gesamte Anwaltsteam arbeitet hart. Es ist wichtig, dem Richter zu erklären, was in der traurigsten Situation, die ich je im Sport erlebt habe, passiert ist. Es war eine Verschwörung, inakzeptabel, und Brazil und ich haben die Konsequenzen getragen. Es ist sehr schwierig, aber Gerechtigkeit muss herrschen, nicht nur für mich, sondern auch für die Zukunft, damit die Menschen wissen, dass sie für das Richtige kämpfen können.“ Massa fügte hinzu: „Als wir erfuhren, dass Ecclestone, Mosley und Whiting die Fakten bereits kannten, war das niederschmetternd. Es zeigt, dass der Wunsch bestand, nichts zu tun, es zu vertuschen.“

Die Belastung für Brasilien

Für den ehemaligen Ferrari-Piloten hatte der verpasste Titelgewinn auch Auswirkungen auf die Motorsportbewegung in seinem Land:
„Wir haben in Brasilien die schwierigste Zeit für die Formel 1 hinter uns. Nach Barrichellos Abgang 2011 war ich praktisch der Einzige, der noch am Start war, abgesehen von ein paar kurzen Einsätzen von Senna und Nasr. Das zeigt, wie viel uns die Weltmeisterschaft bedeutet hätte. Als Ayrton Senna gewann, triumphierten die Brasilianer überall, in Europa und den USA.“
Ein Kampf, der über den Titel hinausgeht. Massa machte deutlich, dass es ihm nicht nur um persönliche Anerkennung geht, sondern um das Prinzip der sportlichen Gerechtigkeit: „Ich möchte, dass dies als Beispiel dient. Es ist inakzeptabel, dass eine solche Verschwörung ungestraft bleibt. Ich fahre keine Rennen mehr, aber dies ist mein wichtigstes Rennen.“

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